Samstag, 20. Dezember 2014

Das Interview

So, ein Film wird nicht gezeigt oder veröffentlicht, weil Nordkorea was dagegen hat? Nja, die Zensur im eigenen Land funktioniert ja gut genug, damit die eigene Bevölkerung das nicht mitbekommt. Für den Rest der Welt gilt: jetzt kennen mehr Leute den Film, bzw. reden darüber, als wenn der einfach im Kino versickert wäre.
Mal ehrlich: da ist sicher kein Kunstwerk zu erwarten, das kann man sich an zwei Fingern ausrechnen, wenn man "Seth Rogen" hört, man denke an The Green Hornet.
Ich bezweifle, daß ich mir den Film angesehen hätte, wenn er "normal" rausgekommen wäre. Nun aber ist ja klar, daß ich den sehen will.
Also, entweder es stimmt, daß der kleine Dicke aus Nordkorea da mit dem Säbelchen rasselt und Sony den Schwanz einzieht und sein Rückgrat an der Garderobe abgibt, oder daß ist einer der perfidesten Marketingtricks der letzten Jahre. Beide Möglichkeiten wären eine Riesenschweinerei, aber Variante 1 sollte uns allen eine Scheißangst machen.
Es kann nicht sein, daß zensiert wird, wenn die Regierung unangenehme Informationen geheimhalten möchte. Es kann schon dreimal nicht sein, daß eine "Regierung" Dinge zensiert, die nicht mal im eigenen Land veröffentlicht werden sollen.
Es ist die Pflicht aller freien Menschen, dagegen vorzugehen! Es ist die Pflicht von Sony, diesen Film zu veröffentlichen. Es wurde durch den Rumpelstilzchen-Tanz dieses kleinen, dicken, nordkoreanischen Arschlochs zur Pflicht!

SONY: BRING DIESEN FILM RAUS! LASS DIR VON DIESEM PENNER KEINEN MAULKORB ANLEGEN!

Samstag, 13. Dezember 2014

My Name Is Earl

Meine Schwester hat mir die DVD-Box letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt, aber erst jetzt haben wir begonnen, die Serie zu sehen. Und man, haben wir was verpasst! Und all die Leute erst, die damals NICHT eingeschaltet haben, als RTL die Serie im deutschen Fernsehen zeigte. Leider wurde sie schon nach einem Monat wieder abgesetzt.

Earl Hickey (Jason Lee) ist ein Kleinkrimineller, der irgendwann erkennt, warum ihm einfach nichts Gutes passieren kann, ohne daß was Schlechtes hinterherkommt: Karma.
Als er nach einem Lottogewinn vom Auto überfahren im Krankenhaus liegt, beschließt er, sein Leben zu ändern und all die schlimmen Sachen, die er angestellt hat, wieder gutzumachen. Also schreibt er eine Liste und fängt an, diese abzuarbeiten.
Das ist genauso lustig, wie es sich anhört und die Situationen in die er und sein einfach gestrickter Bruder geraten sind einfach himmlisch komisch.

Diese Serie (und ich lehne mich aus dem Fenster, da ich erst die erste Staffel kenne) ist ein Beispiel dafür, was möglich ist. Warum sind nicht mehr Serien so? Es scheint so einfach: eine gute Ausgangsidee, gute Schauspieler, von denen es tatsächlich auch in Hollywood erstaunlich viele gibt, die es nicht auf die große Leinwand schaffen, aber eigentlich dahingehören und Gaststars die sichtlich Spaß haben, an sowas mitzuwirken.

Leider wurde die Serie nach der vierten Staffel nicht verlängert und so teilt sie das Schicksal so einiger eigentlich guter Serien: sie bleibt mit einem Cliffhanger an der Klippe hängen...
Es gab Pläne, die losen Fäden mit einem Kinofilm zu beenden, aber bislang ist nichts in Sicht, was sehr schade ist. Hoffentlich kommt hier noch etwas.

Und diese Serie ist auch ein gutes Beispiel dafür, warum ich wenn möglich OmU schaue: der texanische Dialekt und der Wortwitz tragen ihren Teil zum Gelingen bei.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Christoph Walz wird der neue Bond-Bösewicht

JA! Heute wurde es offiziell angekündigt, Christoph Walz gibt Bonds Gegenspieler in SPECTRE. Der Mann ist in Hollywood eingeschlagen, wie eine Bombe. Und womit? Mit Recht.
Seine schauspielerische Leistung in "Inglorious Basterds" und "Django Unchained" läßt mit Verve Fehlgriffe wie "The Green Hornet" vergessen. Und für den kann er nichts...
Für meinen Geschmack wurden mit den Daniel-Craig-Bonds neue Maßstäbe für dieses Franchise gesetzt und die Bonds mit Daniel sind mit jedem einzelnen Film besser geworden. "Casino Royale" war ein furioser Neustart, "A Quantum of Solace" hat noch einen draufgesetzt und "Skyfall" ist bislang der unerreichte Höhepunkt, für mich der beste Bond der gesamten Serie. Kein Wunder, daß danach Christoph Walz hermuß, um nach "Skyfall" noch weiter steigen zu können.
Ich persönlich gebe Walz sehr viele Vorschußlorbeeren, das dürfte man meinem Text anmerken. Darum schließe ich auch mit Walz' Antwort auf die Frage, ob er die Rolle seinem Erfolg mit den Tarantino-Filmen zu verdanken hat: "Nu lassen Sie mich mal machen und dann sehen wir weiter."

Der Tatortreiniger

Ist das heilig, oder kann das weg?

Der Regisseur von "Stromberg", der Schauspieler von Ernie aus "Stromberg" das kann ja nur gut werden.

Bjarne Mädel spielt Schotty, den Tatortreiniger. Mit Hamburger Schnauze und hanseatischer Coolness räumt Schotty das weg, was nach Morden oder natürlichen Toden übrig bleibt.
Das ist nur das Bühnenbild für Kammerspiele, die unterhaltsamer kaum sein können. Schotty trifft auf unterschiedlichste Charaktere, die mal mehr, mal weniger mit den Toten zu tun haben. Mal ein Paradeschwuler, mal eine ehemalige Liebe, mal eine Prosituierte, mal auf einen Schamanen oder auch mal auf den Geist des Toten. Beim Saubermachen philosophiert er über das Leben, das Universum und den ganzen Rest.
Bjarne Mädel kann Lacher mit Körperhaltung und Mimik produzieren, bleibt der Rolle dabei immer treu und wird niemals platt, obwohl er den einfachen Hamburger Jung gibt, der beim Schrubben daran denkt, abends bei Spiegelei und Bratkartoffeln "Schämpjens Lieg" zu gucken, während er sich mit dem Toten über seine Leberflecke unterhält.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum der NDR diese mehrfach preisgekrönte Serie im Spätprogramm versteckt und nicht sehr ausführlich bewirbt. Man kann von Glück reden, wenn man beim Zappen um kurz nach halb neun die Ankündigung für 22 Uhr mitkriegt.
Auch hier eine BluRay für die Liste...

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Interstellar

Lange nichts mehr gepostet... Ich sollte das regelmäßiger machen... Naja...

Ich habe inzwischen viele Meinungen zu Interstellar gehört und gelesen. Ich fand ihn ganz, ganz groß!
Schaffen wir folgendes aus dem Weg: ja, ich weiß, daß die wissenschaftliche Akkuranz, Akkurarität, gibt es das Wort, was ich suche überhautp? Wie auch immer, ich weiß, daß das auf der Strecke bleibt. Aber ich gehe in einen Science Fiction Film ja nicht, um etwas zu lernen, jedenfalls nicht hauptsächlich. Ich will unterhalten werden und spannende Geschichten sehen und ich bin entweder ungebildet genug oder in der Lage mein Wissen abzuschalten, um solche Filme zu geniessen.

Also: dramaturgisch einige sehr gelungene Ideen. Die Interviews, deren Sinn erst fast ganz am Schluß aufgelöst wurde - geniale Idee. Die Darstellung der unterschiedlich schnell vergehenden Zeit beim ersten Planeten - eindringlich. Die Roboter - ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, daß die durchdrehen und anfangen, Leute umzubringen. Die schauspielerische Leistung von Matthew McConaughey - oscarreif. Matt Damon als Bad Guy (sort of) - mal was Neues.
Der Film hatte alles. Frische Ideen, ein ungewohntes Setting, ein bisschen American Hero Standard, und kongeniale Musik. Ich mag dröhnende Orgeln. Mehr davon. Leider ist davon auf dem Soundtrack, soweit ich momentan sehe, nicht viel mit drauf.
Besonders hervorheben möchte ich den Mut der Macher, in einem Punkt wissenschaftlich akkurat zu sein: im Weltall ist absolut. NICHTS. zu. hören! Respekt! Auch hier: mehr davon!
Diese BluRay kommt auf meine Liste.