Samstag, 24. März 2018

Black Mirror

Dank endlich schnellem Internet habe ich nun Zugriff auf Netflix und habe mir die erste Folge der britischen Serie "Black Mirror" angesehen.

Die Serie wird als Anthologie-Serie bezeichnet, dürfte also so was eine britische Version von "The Twilight Zone" sein, wobei hier der Aspekt der High-Tech-Welt im Vordergrund steht, das zeigt sich schon in der ersten Folge, es ist nicht mehr möglich, unliebsame Nachrichten vor der Welt geheim zu halten, wenn sie einmal "draußen" sind.

Ich bin gespannt auf die weiteren Folgen, es hat lange keine Serie mehr geschafft, mich in den ersten paar Minuten der ersten Folge zu gewinnen.

Bemerkenswert hieran ist, daß es keine großartige Einführung der Charaktere gibt, keine Einblendungen, die den Ort der Handlung bekanntgibt, es war ein Cold Intro. Ein Paar liegt im Bett, das Telefon klingelt und der Mann, der den Anruf annimmt, teilt der Frau mit, die Prinzessin Susannah sei entführt worden.
Das Weitere wird schnell klar, der Mann ist der Premierminister von Großbritannien und die Prinzessin eine wichtige Person der königlichen Familie. Es wird eine Forderung gestellt, die den Minister persönlich betrifft und die er trotz aller Versuche, die Prinzessin vorher zu befreien, erfüllen muss. Er muss live im Fernsehen ein Schwein ficken.
Die Entführung, die Forderung und die Einführung der Charaktere wird den Zuschauern in den ersten Minuten fast schmucklos präsentiert und dann hat die Folge Zeit, den Ablauf bis zum Akt genüsslich auszubreiten.
Ähnlich einfach aufgebaut und doch voller Informationen ist die letzte Szene im Abspann. Der PM und seine Frau zeigen sich am Jahrestag des Vorfalls der Öffenlichkeit, die Fernsehnachrichten berichten und kehren danach nach Hause in die Downing Street zurück. Den Bilder und berichten entnimmt man, daß der Vorfall keine bleibenden Schäden hinterlassen hat.
Die letzte Szene jedoch zeigt dann eindrucksvoll, daß die Wirklichkeit anders ist, als das was man im Fernsehen präsentiert bekommt.
Die Frau wendet sich vom PM ab und geht schweigend eine Treppe hinauf, er sprich sie an, offensichtlich um Aufmerksamkeit flehend, sie sieht ihn nur kurz an und geht dann die Treppe weiter hinauf. Die Ehe ist offensichtlich zerrüttet. Könner, wie die Macher der Serie, brauchen keine 30 Sekunden, um das darzustellen.

Hervorheben muss ich auch, was eigentlich traurig ist, daß die Serie zumindest in der ersten Folge ohne die neue Mode der wackelnden Kamera auskommt, selbst in Action-Szenen.

"I hope this brings about the safe release of the Princess Susannah."

Dienstag, 20. März 2018

Star Trek: Discovery

Eigentlich gilt für diesen Blog eine generelle Spoiler-Warnung, aber nur vorsichtshalber:

SPOILERWARNUNG! Dieser Beitrag enthält Spoiler für Star Trek: Discovery Staffel 1, Folgen 1 bis 13. Weiterlesen auf eigene Gefahr!


Echt jetzt: BE WARNED! SPOILERS AHEAD!



So. Alter. Was für'n geiler Scheiß!
Ich bin ein bisschen skeptisch an die Sache herangegangen, weil ich von den Bildern und Teasern, die ich gesehen habe, nicht den Look der Classic Star Trek Serie erwartet habe. Ist es letztlich auch nicht, vieles sieht im Vergleich zu modern aus, Classic wirkt altbacken dagegen, aber die Serie ist nun mal auch fast 60 Jahre alt, soviel Beschränkung kann ein Serienmacher sich nicht auferlegen.

Trotzdem fügt sich die Serie in das Universum (das Prime-Universum, nicht das Kelvin-Universum) ein. Sicher, die Klingonen sind over the top, aber es gibt dann auch einen Klingonen, der wie ein Mensch aussieht, ich sehe noch die Möglichkeit eines Brückenschlages von den Discovery-Klingonen, über die Menschen mit dunkler Haut und Fu-Man-Chu-Bart in Classic bis hin zu den TNG-Klingonen.

Schließlich haben sie einen beeindruckenden Brückenschlag ins Mirror-Universe hingelegt. Ich liebe diese Storys, die lange, lange vor Ausbruch angelegt werden. Lorca wirkt als Captain out of place, aber man sagt sich, "Hey, das ist halt ein Krieger, da herrscht Krieg", Kirk war auch Teilzeitkrieger und nicht reiner Forscher oder Diplomat.

Aber das Lorca dann SO nicht in die Welt der Föderation passt, Respekt, sehr geiles Story-Telling.

Es sind Easter-Eggs für Old-School-Trekkies wie mich drin. Ich habe Lorcas schottischen Akzent, als er sich als Tillys Chef-Ingenieur ausgeben muss, hart gefeiert.

Auch die Erklärung, wie Lorca in "unser" Universum gekommen ist (Transporter-Unfall im Ionen-Sturm), ist eine liebevolle Verbeugung Richtung Classic.

Inzwischen sehe ich auch eine Chance, sinnvoll erklärt zu bekommen, warum in der Föderation ab Classic nie mehr vom Spore-Drive die Rede war.

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, ich vermute mal nicht, daß die Serie in der zweiten Staffel noch vom Mirror-Universe zehren wird.

Was ich noch hervorheben muss, ist das Dunkle der Serie. Das ist dunkles, schmutziges Star Trek, so wie "Rogue One", dunkles, schmutziges Star Wars ist. Die Auswirkungen dieses Krieges mit den Klingonen sind noch hunderte von Jahren später zu spüren. In Star Trek VI - Das unentdeckte Land, kommt es erst, und auch nur wegen eines explodierten Mondes, zu ernsthaften Friedensgesprächen zwischen der Föderation und dem Imperium. Und selbst danach, fast 100 Jahre später in TNG gibt es dann erst einen Klingonen in der Sternenflotte. Es braucht einen weiteren Krieg, den gegen das Dominion, um Föderation und das Imperium endgültig zusammenzubringen.
Dementsprechend muss dieser Krieg gewaltig sein. Und das ist er. Einzelne Attacken, die 11000 Tote fordern, drei Anschläge, die die Sternenflotte um 2/3 dezimieren. Das muss das Ausmaß sein, was die nächsten Jahrhunderte prägt. Und das ist gut umgesetzt.

Fazit: ich finde die Serie gut und bleibe dran.