Freitag, 10. Juli 2015

Hangover Teil 3

Wie angekündigt ein Stück über einen weiteren überflüssigen dritten Teil.
Der ursprüngliche Film Hangover war sehr, sehr gut. Eine frische Idee, witzige Umsetzung, interessante Story-Entwicklung und gute Schauspieler, deren Nasen man nicht schon umpfzigmal vorher Sachen hat runterspielen sehen.
Auch ein finanzieller Erfolg, erlagen die Macher der „Fortsetzungs-Seuche“ und brachten einen zweiten Teil heraus. Können dieselben Typen wirklich so blöd sein und schon wieder auf den Trottel mit den Roofies hereinfallen? Immerhin haben sie versucht, es zu unterlassen. Aber entweder sie oder der Trottel waren blöd genug, wieder durch die Decke zu gehen und alles zu vergessen.
Diesmal in Bangkok, mit allem was dazugehört, inklusive dealendem Affen. Der zweite Film brachte immerhin noch genug Lacher, um nach dem Kino nicht zu denken „was für ein verschwendeter Abend“.
Der dritte Teil jedoch: unter. Aller. Sau.
Die Geschmacksgrenze wird schon in der Einleitung überschritten, danach können alle Hemmungen fallen und auf Storyline wird gar kein Wert mehr gelegt. Dieser Film hat mit den Vorgängern nur noch den Titel gemein, es ist niemand weggetreten und niemand muss was rekonstruieren.
Stattdessen entspinnt sich eine abstruse Gangstergeschichte mit Impossible-Mission Zitaten und einer gewollten Love-Story für Alan, die die Schreiber allenfalls nach drei durchwachten Nächten in einer Nikotin- und Wodkawolke auf dem Papier lustig finden konnten.

Wer Sammler und Jäger ist, stellt sich halt alle drei ins Regal, wer auch inhaltlich auf Qualität achtet, kauft den ersten, leiht sich den zweiten mal aus und ignoriert den dritten. Hoffen wir, daß es dabei bleibt und die Macher neue Projekte angehen.

Sonntag, 14. Juni 2015

Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal

So, da ich Jäger und Sammler bin, habe ich mir den dritten Teil von Ben Stilles Fantasy-Komödie auch gekauft.
Die ursprüngliche Idee war genial. Durch einen McGuffin werden die Ausstellungsstücke des New Yorker Naturkundemuseums nachts lebendig. Der Nachtwächter muss eigentlich mehr Zirkusdompteur sein, um den Zirkus unter Kontrolle zu halten.
Im zweiten Teil wurde das ganze ins Smithsonian verlagert und einige neue Varianten kamen dazu, die zusammen mit dem genialen Hank Azaria (unter anderem Apu und Moe bei den Simpsons) den Film über den zweiten Teil trugen.
Nun ist beim dritten endgültig die Luft raus. Das ganze wird über den McGuffin nach London verlegt und die dankbarsten Charaktere aus den ersten Teilen witzeln und zappeln sich ihren Weg durch die neuen und teilweise alten Charaktere im neuen Gewand.
Einziges Highlight bleibt der herrlich selbtsironische Cameo-Auftritt von Hugh Jackmann, inkl. Wolverine-Zitat.
Selbst Robin Williams konnte nicht mehr herausholen. Der Film gehört in die Kategire "unnötige dritte Teile" und gesellt sich dort zu Hangover III (dazu kommt auch noch was...)

Samstag, 23. Mai 2015

The World's End

Teil 3 der "Three Flavours Cornetto Trilogy". Ein Männerabend, der zufällig mit einer Alien-Invasion zusammenfällt.
Was Louis de Funès für die französische Komödie war, ist Simon Pegg für die britische. Wobei hier nicht unerwähnt bleiben soll, daß Pegg hier sowohl bei den Produzenten als auch bei den Schauspielern nicht alleine scheint. Ein King braucht ein Gefolge und ein Komödiant ein Ensemble.

Das Ensemble funktioniert hier großartig. Neben Simon Pegg und Nick Frost glänzen Martin Freeman ("The Hobbit"), Paddy Considine ("Das Bourne Ultimatum") und Eddie Marsan ("Hancock").

Der Film beginnt als Männerabend von 40jährigen, die die Midlife-Krise, teils unwillig, teils willig, in Bier ertränken wollen. Am Ende retten die drei völlig betrunkenen Musketiere die Welt, indem sie den Anführer der Aliens "The Network" zu Boden diskutieren.

Zwischen all den Schenkelklopfer-Zitaten liegen die ernsten Themen, die menschlichen Fehler, die uns nunmal menschlich machen, die Frage, was man im Leben erreicht hat und die Erinnerung, daß die Welt mit 19 voller Möglichkeiten ist und man irgendwann erkennen muss, daß man nunmal nicht alle genutzt hat und man sich entscheiden muß, ob einem das aufgebaute Leben gefällt oder nicht.

Auch hier empfehle ich dringend, den Film im O-Ton zu sehen. Grade bei Filmen, die in England spielen geht unglaublich viel verloren, wenn man das britische Englisch nicht hört.

In diesem Sinne:
Gary King: I think you bit off more than you can chew with earth mate
Andrew Knightley: Yeah, because we're more belligerent, more stubborn and more idiotic than you could ever imagine.

The Network: It's pointless arguing with you. You will be left to your own devices.
Gary King: Really?
The Network: Yeah. Fuck it.

Dienstag, 10. März 2015

Pennywise kommt ins Kino

"ES" ist einer der Romane von Stephen King, um den ich lange herumgeschlichen bin, der mich aber nie genug angesprochen hat, um ihn zu kaufen. Es gibt Bücher, die kaufe ich, wenn sie mir auf dem Grabbeltisch begegnen, aber "ES" ist mir da nie untergekommen.
Nun habe ich ihn gelesen. Er gehört eindeutig für mich zu der Kategorie von King-Romanen, die mir zwar alles in allem gefallen haben, aber die mich nicht sooo gepackt haben. Das "Evil ex machina" ist mir hier zu stark. Ich bin durch diesen Roman dazu gekommen, das benennen zu können, ich stehe mehr auf psychologischen Horror. Das menschliche Wesen ist zu einem unendlichen Horror fähig, so daß ein äußerer Einfluß nicht unbedingt so stark vorhanden sein muß.
Nun soll "ES" nochmal fürs Kino verfilmt werden. Das wiederum ist für mich interessanter, weil ich auf die Umsetzung gespannt bin (nein, ich kenne die Mini-Serie mit Tim Curry nicht).
Es soll ein Zweiteiler werden, der die beiden Erzählebenen des Romans aufgreift. Auch interessant, da die Ebenen im Buch stark verflochten sind, aber man kann diese Geschichte auch linear erzählen. Ich könne mir sogar vorstellen, die spätere Ebene im ersten Film zu erzählen und dann die Kindheits-Erlebnisse im zweiten Teil zu sehen.
Heute habe ich einen Guardian-Artikel gelesen, in dem berichtet wird, der Regisseur sei noch auf der Suche nach einem Pennywise-Darsteller. Der Artikel hat Vorschläge gemacht:
Michael Shannon - kenn ich nicht. Nach dem Bild, was der Guardian zeigt, könnte das gehen.
Willem Dafoe - ja, könnte gehen. In Speed 2 schön den Verrückten in einem verrückten Film gegeben, als Green Goblin in Spider Man ein solider Auftritt.
Kiefer Sutherland - nee, der geht net. Das ist keine Rolle zum wegspielen.
Nicolas Cage - man muß schon was können, um gebrochene Charaktere mit nur einem Gesichtsausdruck zu spielen, aber für Pennywise? Nee.
Geoffey Rush - hat natürlich Piratenbonus, aber hat halt kongenial Hector Barbossa gespielt. Der hat für mich einen weiten Weg zu gehen, damit ich mich nicht über das fehlende Holzbein wundere und den Apfel vermisse.
Tilda Swinton - meine Favoritin für die Rolle. DAS wäre wirklich mal eine innovative Idee. 
Keine Ahnung, ob irgendwer davon überhaupt auf der Liste des Regisseurs steht, aber dies ist eine der wichtigsten Besetzungsentscheidungen des gesamten Projektes. Ich gehe soweit zu sagen, wenn diese Rolle stimmt, kann der gesamte Rest mit No names besetzt werden. Vielleicht sehen wir dort dann eine neue Entdeckung.