Dank endlich schnellem Internet habe ich nun Zugriff auf Netflix und habe mir die erste Folge der britischen Serie "Black Mirror" angesehen.
Die Serie wird als Anthologie-Serie bezeichnet, dürfte also so was eine britische Version von "The Twilight Zone" sein, wobei hier der Aspekt der High-Tech-Welt im Vordergrund steht, das zeigt sich schon in der ersten Folge, es ist nicht mehr möglich, unliebsame Nachrichten vor der Welt geheim zu halten, wenn sie einmal "draußen" sind.
Ich bin gespannt auf die weiteren Folgen, es hat lange keine Serie mehr geschafft, mich in den ersten paar Minuten der ersten Folge zu gewinnen.
Bemerkenswert hieran ist, daß es keine großartige Einführung der Charaktere gibt, keine Einblendungen, die den Ort der Handlung bekanntgibt, es war ein Cold Intro. Ein Paar liegt im Bett, das Telefon klingelt und der Mann, der den Anruf annimmt, teilt der Frau mit, die Prinzessin Susannah sei entführt worden.
Das Weitere wird schnell klar, der Mann ist der Premierminister von Großbritannien und die Prinzessin eine wichtige Person der königlichen Familie. Es wird eine Forderung gestellt, die den Minister persönlich betrifft und die er trotz aller Versuche, die Prinzessin vorher zu befreien, erfüllen muss. Er muss live im Fernsehen ein Schwein ficken.
Die Entführung, die Forderung und die Einführung der Charaktere wird den Zuschauern in den ersten Minuten fast schmucklos präsentiert und dann hat die Folge Zeit, den Ablauf bis zum Akt genüsslich auszubreiten.
Ähnlich einfach aufgebaut und doch voller Informationen ist die letzte Szene im Abspann. Der PM und seine Frau zeigen sich am Jahrestag des Vorfalls der Öffenlichkeit, die Fernsehnachrichten berichten und kehren danach nach Hause in die Downing Street zurück. Den Bilder und berichten entnimmt man, daß der Vorfall keine bleibenden Schäden hinterlassen hat.
Die letzte Szene jedoch zeigt dann eindrucksvoll, daß die Wirklichkeit anders ist, als das was man im Fernsehen präsentiert bekommt.
Die Frau wendet sich vom PM ab und geht schweigend eine Treppe hinauf, er sprich sie an, offensichtlich um Aufmerksamkeit flehend, sie sieht ihn nur kurz an und geht dann die Treppe weiter hinauf. Die Ehe ist offensichtlich zerrüttet. Könner, wie die Macher der Serie, brauchen keine 30 Sekunden, um das darzustellen.
Hervorheben muss ich auch, was eigentlich traurig ist, daß die Serie zumindest in der ersten Folge ohne die neue Mode der wackelnden Kamera auskommt, selbst in Action-Szenen.
"I hope this brings about the safe release of the Princess Susannah."
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