Charité - Staffel 2
Die zweite Staffel der deutschen Serie über das berühmte Berliner Krankenhaus spielt sich im zweiten Weltkrieg ab, als Professor Sauerbruch hier tätig war.
Sie endet mit dem Ende des zweiten Weltkrieges.
Sehr geschickt wird wieder die Arbeit in einem Krankenhaus im Rahmen des jeweiligen Entwicklungsstandes der Medizin einerseits und des Zeitalters andererseits dargestellt.
Der lange Arm der Nazis reicht natürlich in den Klinikalltag hinein und alle Stufen der Nazifizierung werden gezeigt: die glühenden Anhänger, die aktiven Widerständler und die indifferenten, die in der Mitte, die sich teils selbst in die Tasche lügen oder irgendwann ihre Fehler erkennen und bereuen.
Das Grauen des Krieges wird am eindrucksvollsten durch zwei Pimpfe dargestellt, die auf ihrer Patrouille einen Blindgänger finden. Wie Jungs nun mal sind stochern sie mit einem Stock daran herum.
Die unausweichliche Explosion erlebt der Zuschauer nur aus der Ferne, verdeckt durch ein geparktes Auto.
Hinterher liegt einer der Jungs blutverschmiert bei Sauerbruch auf dem Tisch. Der andere hat es nicht geschafft, erfährt man dann später nebenbei.
Herausragend spielt Ulrich Noethen den großen Sauerbruch. Medizinisch hat er Geschickte geschrieben und gilt als der größte deutsche Mediziner des 20. Jahrhunderts. Der Grad seiner Nazifizierung ist umstritten, er hat Posten und Ehrungen der Nazis angenommen und andererseits die Verschwörer um Stauffenberg zumindest indirekt unterstützt, wurde in diesem Zusammenhang auch mehrfach verhört. Dies alles wird in der Staffel dargestellt, relativ ausgewogen, eine Tendenz den Mediziner als Nicht-Nazi darzustellen, ist vorhanden.
Primär jedoch wird er als der geniale und einflussreiche Mediziner dargestellt, der er war. Sein empörtes "ICH BIN SAUERBRUCH!" bringt sogar die Rotarmisten zur Räson.
Absolut empfehlenswerte Serie.
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