Donnerstag, 7. März 2019

"And I thougt, you were the smart one..."

The Umbrella Academy

Ein exzentrischer Billionär, eine Gruppe exterm unerwartet geborener Kinder und ein Herrenhaus in einer amerikanischen Stadt.
Dazu ein Schimpanse als Faktotum und ein Android als Nanny und fertig ist eine äußerst interessante Mischung von Charakteren.
Glücklicherweise kommt hier noch handwerkliches Können und Telent zum Schreiben dazu.
Daraus wird eine äußerst Unterhaltsame und frische Superheldenserie, die man auch kurz nacheinander zweimal bingen kann.

Sehr beeindruckend fand ich die Animation des Schimpansen. Die Technik schreitet auf diesem Gebiet mit Riesenschritten voran.
Andererseits fand ich die Ganzkörpermaske von Nummer 1 grenzwertig. In Kleidung sieht es sehr gut aus, eben irgendwie komische Proportionen. Mit freiem Oberkörper ist dies für mich hart an der Grenze zum billigen Karnevalskostüm. Nicht darüber, denn ich kann nicht sagen, was konkret stört. Der Gesamteindruck ist für mich ein bisschen merkwürdig. Schauspielerisch gibt es an Tom Hopper in der Rolle nichts auszusetzen.
Wem das Gesicht bekannt vorkommt, ja das ist Dickon Tarly aus Game of Thrones. Ich hab auch einen Moment gebraucht, um die Verbindung herzustellen.

Insgesamt sind die Rollen durchweg sehr gut besetzt und das schauspielerische Niveau ist sehr hoch.

Besonders zu erwähnen sind Robert Sheehan als Klaus und Aidan Gallagher als Number Five.

Sheehan schafft das große Kunststück, die tiefe Verzweiflung einer gehetzten Seele darzustellen und erfassbar zu machen. So sehr, daß man ihm jede einzelne Pille und jeden einzelnen Schuß von Herzen gönnt nachdem man in den ersten Folgen den typischen Junkie auf der Suche nach dem nächsten Rush zu sehen bekam. Dieser Junkie geht nicht weg, er ist immer da, aber im Lauf der Folgen bekommt man immer mehr Einblicke und will ihm schließlich die Nadel reichen und ihn einfach nur im Arm halten. Ganz große Schauspielkunst.

Gallagher setzt meiner Meinung nach noch einen drauf. Ein 16jähriger Junge spielt einen 53jährigen Mann im Körper eines 16jährigen. Und man kauft es ihm in jeder Minute ab. Man sieht genug Szenen des Charakters im korrekten Alter, um zu erkennen daß dieser 16jährige in der Tat eine Seele im Alter von 53 hat. Ich freue mich darauf, mehr von Gallagher zu sehen.

Die Story der ersten Staffel ist voller überraschender Momente und führt sehr gut auf das große Finale hin. Das wiederum macht Lust auf Staffel 2.
Sie wurde in meiner Facebook-Bubble als vorhersehbar bezeichnet. Fand ich nicht, aber ich stehe bei sowas meistens auf dem Schlauch.

Geniessen kann man die Serie meiner Meinung nach trotzdem. Wer Superhelden, kaputte Charaktere, Crime Stories und einen guten Schuß Romantik mag, liegt hier nicht falsch.




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