The King’s Speech
George VI von England, Vater der jetzigen Königin Elizabeth,
litt unter Stottern und konnte kaum einen Satz herausbringen, ohne auffallend
stark zu stottern.
Da durch seine unerwartete Krönung zum König weitere Reden
in seiner Zukunft zu erwarten sind, wendet er sich an den Sprachtrainer Lionel
Logue. Seine bisher behandelnden Ärzte wussten kaum bessere Ratschläge als
Zigarettenrauchen, um die Halsmuskulatur zu entspannen.
Logues unkonventionelle Herangehensweise schreckt den
künftigen Monarchen zunächst ab, zeigt aber schnell erste Erfolge.
Letztlich kommt zwar keine schnelle und komplette Heilung zu
Stande, es entwickelt sich jedoch eine Freundschaft zwischen den beiden Männern
die ihr Leben lang halten wird.
Queen Elizbeth, The Queen Mother, hatte sich zeitlebens
dagegen gewehrt, daß der Stoff verfilmt wird, bzw. gebeten, damit bis nach
ihrem Tod zu warten. Einerseits verständlich, andererseits wie ich finde unbegründet.
Die Darstellung der historischen Figuren kann nicht anders als liebevoll
bezeichnet werden.
Sicherlich mit einiger künstlerischen Freiheit und allzu
kontroverse Themen meidend. Edward VIII und seine Liebe Wallis Simpson werden,
um des dramatischen Effekts Willen, feindseliger dargestellt, als sie es
tatsächlich waren und die Nähe Edwards zu den Nazis wurde komplett
ausgeblendet, aber es geht ohnehin hauptsächlich um George VI und Lionel.
Zwischen diesen beiden, beide Rollen hervorragend dargestellt
von Colin Firth als George und Geoffrey Rush als Lionel, wirkt der Film
streckenweise wie ein Kammerspiel mit zwei Personen. In der Tat hätte der Film
auch als solches funktioniert. Aber auf Helena Bonham Carter als Queen
Elizabeth z. B. würde man sicher nicht verzichten wollen.
Colin Firth spielt den stotternden König unverkrampft und
mit einer Leichtigkeit, die grade den Sprachfehler sehr realistisch wirken
lässt. Fast schon Method-Acting. Und in der Tat hat Firth später in einem
Interview gesagt, er hätte danach einige Zeit sehr konzentriert sprechen
müssen, um nicht auch privat ins Stottern zu verfallen.
Bei Geoffrey Rush kann man die schauspielerische Qualität
nicht zuletzt daran messen, wie sehr sich sein Lionel Logue von seinen anderen
Charakteren unterscheidet. Wenn man, trotz einem sehr markanten Gesicht,
nachschlagen muss, um die Verbindung zu Captain Barbossa herzustellen, spricht
das eindeutig für die Leistung.
Bei diesem Film verbietet es sich gradezu, eine
snyhronisierte Fassung anzusehen. Colin Firth im Original mit seiner eigenen
Stimme ist immer wieder ein Genuß, und diesem sollte man sich insbesondere hier
nicht entgehen lassen.
Auch optisch ist der Film ein Leckerbissen. Die Atmosphäre Englands zwischen den Weltkriegen wird kunstvoll dargestellt. Ein sehr eindrucksvoller Kniff ist es, den König bei der ersten Sitzung bei Logue in einer Totale ganz am Bildschirmrand, an eine Sofalehne gedrückt, mit geschlossener Körpersprache zu zeigen, eindrucksvoll die Eingrenzung durch den übermächtigen Sprachfehler zeigend.
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